Ausgabe Oktober 2017

Hurrikan »Irma« und der Klimakrieg

Betrachten wir der Übersichtlichkeit halber nur, was innerhalb einer einzigen Woche auf einem einzigen Kontinent geschah, und zwar in Nordamerika: In Houston begann Anfang September die harte und unromantische Arbeit des Wiederaufbaus. Zuvor war Hurrikan „Harvey“ über Texas hinweggefegt, der den stärksten jemals in dem Bundesstaat gemessenen Regen mit sich brachte. Über weite Strecken war „Harvey“ ein Sturm, wie er nur einmal in 25 000 Jahren vorkommt, an bestimmten Orten sogar einer, wie er nur einmal in 500 000 Jahren eintritt.

Gleichzeitig stellte San Francisco mit 41,1 Grad Celsius nicht nur seinen Temperaturrekord ein, sondern schlug ihn gar um 1,5 Grad. Ein solcher Anstieg sollte nach 150 Jahren, also 55 000 Tagen, Wetteraufzeichnungen statistisch eigentlich unmöglich sein. Dasselbe heiße Wetter sorgte für Rekorde an der ganzen Westküste – außer an jenen Orten, an denen eine Rauchwolke von enormen Waldbränden die Sonne verdunkelte.

Nachdem ein Waldbrand sich irgendwie über den mächtigen Columbia River von Oregon in den benachbarten Bundesstaat Washington ausgebreitet hatte, berichteten Bewohner, die Asche falle so dick vom Himmel wie nach dem Ausbruch des Mount St. Helens 1980 – einem der stärksten Vulkanausbrüche des 20. Jahrhunderts.

Sie haben etwa 18% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 82% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema