Ausgabe Mai 2019

Wohneigentum verpflichtet!

In älteren ökonomischen Darstellungen finden sich drei Produktionsfaktoren: Arbeit, Kapital und Boden. Damals zumindest war klar, dass der Boden nicht einfach ein Kapitalgut wie alle anderen ist, denn er kann zwar veredelt, nicht aber vermehrt werden.

Heute erachten Ökonominnen und Ökonomen diese Besonderheit für nicht mehr so wichtig, sie halten auch hier den Markt für die Allzwecklösung. Allerdings kommt jetzt die natürliche Beschränkung mit Macht zurück – und zwar als neue soziale Frage. Der rasante Anstieg der Mieten, vor allem in den Ballungsgebieten, zwingt selbst diejenigen Parteien zum Nachdenken, deren Kommunalpolitikerinnen und -politiker vor noch nicht allzu langer Zeit Abertausende von Wohnungen im Gemeindebesitz an private Investoren verkauft haben. So haben die Grünen im vergangenen Jahr ein Sechs-Punkte-Programm dazu vorgestellt, die SPD hat dieses mit zwölf Forderungen sogar noch getoppt. Überraschenderweise ist in beiden Programmen eine zentrale Forderung des Deutschen Mieterbundes nicht enthalten, nämlich die nach umfassender Transparenz. Diese ist immer noch nicht gegeben: Denn die bisherigen Mietspiegel erfassen nur Mietveränderungen der zurückliegenden vier Jahre und dies zudem nur für bestimmte Städte.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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