Ausgabe Februar 2020

Fridays for konstruktive Nazis

Keine Frage, Fridays for Future, hat im vergangenen Jahr eine Menge erreicht, nicht zuletzt den Aufbau einer globalen Marke. Umso mehr sollte man jetzt, wie einem jeder Marketingexperte raten würde, in die Markenpflege investieren. Wie dies gerade nicht geht, lehrt einen zur Zeit der Berliner FfF-Ableger.

Alles fing damit an, dass man beschloss, das gesamte Olympiastadion zu buchen. D-day ist der 12. Juni, dann sollen 90 000 Menschen zusammen feiern und nebenbei ein paar progressive Petitionen zeichnen. Kostenpunkt pro Person: 29,95 Euro für den Eintritt.

„So billig war die Weltrettung noch nie“, posaunt die deutsche Weltrettungsikone Luisa Neubauer. Dumm nur, dass die eigentlichen Campagneros bisher eher durchaus Eigennütziges im Schilde führten. „Unfuck the economy“ lautet ihr Slogan. Sprich: „Smash capitalism“ war gestern, heute heißt es: Rette die Welt und mach damit ordentlich Schotter – oder zumindest Werbung für die eigene Marke.

Hinter dem „Unfuck“-Konzept steckt denn auch – passenderweise – mit Philip Siefer der Gründer der Kondom- und Menstruationsartikelmarke „Einhorn“. Bisher ging es der Berliner Firma um bescheidenere Ziele, wie die Senkung der Mehrwertsteuer auf Tampons von 19 auf 7 Prozent. Nun aber fühlt man sich offensichtlich zu Höherem berufen.

Februar 2020

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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