Ausgabe Mai 2021

Kolumbien: Mit Gewalt gegen die Aussöhnung

Ein Polizist wird während einer Demonstration in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota mit Farbe bespritzt, 24. Februar 2021 (IMAGO / VWPics)

Bild: Ein Polizist wird während einer Demonstration in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota mit Farbe bespritzt, 24. Februar 2021 (IMAGO / VWPics)

Auch Kolumbien steckt derzeit inmitten einer dritten Pandemiewelle. Rund 2,5 Millionen Fälle verzeichnet das Land mit seinen gut 50 Millionen Einwohnern inzwischen, die zweithöchste Zahl an Infektionen in Lateinamerika. Knapp 65 000 Menschen sind bislang an den Folgen der Virusinfektion gestorben – nach Brasilien und Mexiko der dritthöchste Wert auf dem Subkontinent.[1]

Während sich Regierungen und Behörden landesweit bemühen, die Pandemie mit Hilfe strenger Hygienemaßnahmen und Ausgangssperren in den Griff zu bekommen, gerät der Friedensprozess im Lande nicht nur aus dem Blick, sondern gefährlich ins Wanken. Verantwortlich dafür sind der amtierende Präsident Iván Duque, der den Prozess der Aufklärung und Versöhnung gezielt sabotiert, eine überforderte UN-Mission, die zunehmend selbst in den Strudel der Gewalt gerät, sowie eine korrumpierte, brutal agierende Polizei, die in der Gesellschaft kaum Vertrauen besitzt.

Schwindende Hoffnungen

Dabei hat sich die Gewalt vor allem in den ländlichen Regionen des Landes im Zuge der Pandemie noch einmal verschärft. Seit Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen der kolumbianischen Regierung und der linksgerichteten Guerilla Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) im Dezember 2016 wurden bereits über 260 der mehr als 13 000 Exguerilleros sowie über 1160 Aktivistinnen und Aktivisten sozialer Bewegungen ermordet.

Mai 2021

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