Ausgabe Februar 2022

Nepal oder: Der unkonventionelle Frieden

Eine Frau, die ihr Baby auf dem Rücken trägt, vor einer Wandmalerei im Dorf Thabang in Rolpa, dem westlichen Bezirk Nepals, 11.10.2020 (IMAGO / ZUMA Wire)

Bild: Eine Frau, die ihr Baby auf dem Rücken trägt, vor einer Wandmalerei im Dorf Thabang in Rolpa, dem westlichen Bezirk Nepals, 11.10.2020 (IMAGO / ZUMA Wire)

Das desaströse Ende des Afghanistaneinsatzes im vergangenen August markiert einen gravierenden Einschnitt in der internationalen Friedens- und Sicherheitspolitik und hat der Frage nach den Lehren für solche Einsätze neuen Schub gegeben.[1] Das Debakel des Westens überdeckt indes ein erfolgreiches Gegenbeispiel in der Region: Denn das Beispiel Nepals – das Land ist wie Afghanistan Mitglied der Südasiatischen Vereinigung für regionale Kooperation (SAARC) – zeigt auf, unter welchen mitunter unkonventionellen Bedingungen Friedensförderung von außen erfolgreich sein kann.

Zwar haben vier internationale Menschenrechtsorganisationen erst im November 2021 – pünktlich zum 15. Jahrestag des Friedensvertrags in Nepal – eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, die die fehlenden Fortschritte bei der Aufarbeitung der Kriegsverbrechen anprangert. Nepals Regierung solle endlich die Anliegen der Kriegsopfer in den Mittelpunkt ihrer Politik stellen und einen klaren Zeitplan für einen Prozess der Übergangsjustiz festlegen, um die Rechtsstaatlichkeit im Land nicht weiter zu untergraben.[2]

Dessen ungeachtet gilt Nepal gerade unter europäischen Expert*innen und Politiker*innen nach wie vor als Liebling westlicher Geberinstitutionen und als „bemerkenswerter Erfolg“ internationaler Friedens- und Sicherheitspolitik.

Februar 2022

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