Ausgabe Februar 2024

Für ein grünes Wachstumsnarrativ

Symbolbild: Grünes Wachstum (IMAGO / Ikon Images / Pablo Blasberg)

Bild: Symbolbild: Grünes Wachstum (IMAGO / Ikon Images / Pablo Blasberg)

2024 wird ein Superwahljahr für die Demokratie: Wählerinnen und Wähler in 76 Ländern werden an die Urnen gehen. Es fällt allerdings mit einem alarmierenden Erstarken des Rechtspopulismus zusammen, der zunehmend die Politik zur Bekämpfung des Klimawandels für die wirtschaftlichen Nöte der Wähler verantwortlich macht. Trotz des eindeutigen Potenzials grüner Initiativen zur Steigerung der Einkommen, der Produktivität und des Wirtschaftswachstums tut sich die progressive Linke schwer, eine überzeugende Gegenerzählung zu formulieren. Wenn die falsche Dichotomie zwischen wirtschaftlichem Wohlstand und ökologischer Nachhaltigkeit fortbesteht, wird es dem grünen Wandel an der nötigen politischen Unterstützung für seinen Erfolg fehlen.

Betrachten wir die Debatte im Vereinigten Königreich über den 28 Mrd. Pfund (32,7 Mrd. Euro) schweren „Green Prosperity Plan“ der Labour Party, den sie als Schlüsselinstrument präsentiert hat, um „Großbritannien zur Supermacht für saubere Energie werden zu lassen“. Anstatt auf den Summen herumzureiten, die ausgegeben werden, sollte sich die Diskussion darauf konzentrieren, was nötig ist, um das erklärte Ziel zu erreichen. Es geht nicht darum, zu hoffen, dass sich das Problem mit genügend Geld schon lösen lassen wird; es kommt darauf an, mit einer Strategie zur Mobilisierung massiver privater und öffentlicher Investitionen für ein gemeinsames Ziel aufzuwarten.

»Blätter«-Ausgabe 2/2024

Sie haben etwa 13% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 87% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (11.00€)
Druckausgabe kaufen (11.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Hochseeschutz: Hoffnung für das Lebenselixier des Planeten?

von Julia Lauter

Weit draußen vor unseren Küsten liegt eine weitgehend ignorierte Weltregion, an der das Überleben der Menschheit hängt: die Hohe See. Sie bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche, in ihr leben rund 80 Prozent aller Tierarten, sie reguliert das globale Klima und bindet ein Drittel des vom Menschen verursachten CO2.