Ausgabe Juli 2024

Sri Lanka: Krieg bis zum bitteren Ende

Der Bahnhof von Jaffna wurde während des srilankischen Bürgerkriegs zum Schlachtfeld. Der Bahnhof wurde inzwischen wieder aufgebaut und wird nun regelmäßig genutzt, 12.10.2013 (IMAGO / ZUMA Press / John Fredricks)

Bild: Der Bahnhof von Jaffna wurde während des srilankischen Bürgerkriegs zum Schlachtfeld. Der Bahnhof wurde inzwischen wieder aufgebaut und wird nun regelmäßig genutzt, 12.10.2013 (IMAGO / ZUMA Press / John Fredricks)

Eindrucksvoll ragt ein heroisches Militärdenkmal an der Küste Mullaithivus, an der nordöstlichen Peripherie Sri Lankas, in der Abendsonne dem Himmel entgegen. Es zeigt einen riesigen Soldaten in schimmernd goldener Farbe, der triumphierend seine Waffe gen Himmel streckt, während hinter ihm die sri-lankische Flagge weht. Ein Denkmal für die Sieger. An diesem Ort endete vor etwas mehr als 15 Jahren, am 18. Mai 2009, ohne nennenswerte Beachtung durch die Weltöffentlichkeit, einer der längsten und brutalsten Kriege Südasiens. Ausgetragen wurde er zwischen dem singhalesisch dominierten Militär des Inselstaates und der bewaffneten tamilischen Widerstandsorganisation Liberation Tiger of Tamil Eelam (LTTE). Obwohl die tamilische Diaspora von Toronto über London und Berlin bis Kuala Lumpur und Chennai weltweit Proteste gegen einen drohenden Völkermord organisierte, ging der Sieg über die LTTE als erfolgreiches Beispiel für die Liquidierung einer zu Terrorist:innen erklärten militanten Gruppierung in die Geschichte ein.

Der mit dem schlussendlichen Sieg über die Tamil Tiger durch die Regierung verkündete Frieden wurde mittels Gewaltverbrechen und auf Kosten Hunderttausender Toter, Vertriebener, Verschwundengelassener und Gefolterter erzwungen.

»Blätter«-Ausgabe 7/2024

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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