Ausgabe Oktober 2024

Die Entdeckung der Mündigkeit

Am 9. September starb der wortmächtige Theologe und mutige Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer. Seit 1990 gehörte er zum Herausgeberkreis der »Blätter«. Alljährlich nahm er an unseren Herausgeberkonferenzen teil. Mitreißend in seinen Beiträgen, aber auch nachdenklich, Unbeachtetes hervorhebend, so kannten und schätzten wir ihn. Wir erinnern an Friedrich Schorlemmer mit einem Nachruf seiner Weggefährtin, der Journalistin Bettina Röder, sowie mit seinen eigenen Worten, nämlich seinem ersten und seinem letzten Text in den »Blättern«, die beide, gerade im Lichte der jüngsten Wahlen, von bleibender Aktualität sind. Dieser, der erste Beitrag unseres Mitherausgebers Friedrich Schorlemmer in den „Blättern“ erschien in der Ausgabe 6/1990 – D. Red.

Was [von der DDR] bleiben wird, sind unsere Erfahrungen und Erinnerungen. Sie werden unser späteres Verhalten mitprägen. Ich glaube, daß der Vorgang, den wir gegenwärtig erleben, nämlich ein schnelles Abstreifen – so eine Art Umziehen und Duschen, der Versuch, die DDR einfach abzuduschen –, auf Dauer nicht gelingen kann. Vieles wird später wiederkommen. Wir werden noch zehn bis zwanzig Jahre lang unterschiedlich geprägte Menschen sein. Dies wird sich auch in unserem Verhalten darstellen, obwohl es gegenwärtig so aussieht, als ob wir ohne Besinnung in die Coca-Cola-Kultur eintauchen und geschichtsvergessen einfach alles übernehmen.

»Blätter«-Ausgabe 10/2024

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Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

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