Ausgabe Februar 2025

Musks Megaphon: Mit X gegen die britische Regierung

Der britische Premierminister Keir Starmer vor der Downing Street 10, 22.1.2025

Bild: Der britische Premierminister Keir Starmer vor der Downing Street 10, 22.1.2025

Als Joe Biden sein Amt vor ziemlich genau vier Jahren in Washington offiziell antrat, hofften viele, dass damit der Trump-Spuk ein für allemal beendet sei. Heute weiß die Welt, dass Bidens Regierungszeit nur ein kurzes demokratisches Intermezzo war, bevor mit Trumps Rückkehr an die Macht die neue Ära des autokratischen Populismus in den USA – jetzt ohne Wenn und Aber – beginnt. Und geht es nach Trumps „first buddy“ Elon Musk, dann steht dem britischen Premier bald dasselbe bevor wie Biden, und das sogar deutlich schneller. Denn Musk ist, wie man weiß, ein äußerst ungeduldiger Mensch. Und so attackiert er Keir Starmer und seine Regierung derzeit aggressiver als jeden anderen europäischen Regierungschef. Wie lange Starmer das unbeschadet durchstehen kann, ist offen, denn was der Tech-Millliardär gegen ihn losgetreten hat, ist ein mittlerweile permanentes Trommelfeuer, das sich längst nicht mehr nur auf X abspielt. 

Glaubt man der „Financial Times“ (FT), dann ist Elon Musk derzeit in intensiven Gesprächen mit Mitgliedern der rechtspopulistischen Reformpartei. Das gemeinsame Ziel von Musk und der Reform UK: Keir Starmer weit vor dem Ende seiner Legislaturperiode in vier Jahren zu stürzen. Der FT war das Anfang Januar immerhin einen Aufmacher wert.[1] Die „Daily Mail“ will darüber hinaus erfahren haben, dass Musk in ständigem Kontakt mit Dominic Cummings steht, dem ehemals einflussreichen Berater Boris Johnsons.

»Blätter«-Ausgabe 2/2025

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (12.00€)
Druckausgabe kaufen (12.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Am Rande des Abgrunds: Britische Demokratie in der Krise

von Annette Dittert

Es war sicher kein Zufall, dass Banksy seine erste große Skulptur genau eine Woche vor den wichtigen britischen Regionalwahlen am 7. Mai mitten im Herzen von Westminster aufgestellt hatte. Als hätte er das Wahlergebnis vorhergesehen, zeigt Banksy einen Mann auf einer hohen Säule, in der rechten Hand eine riesige schwarze Flagge.