Ausgabe Februar 2025

UN-Umweltgipfel: Ineffektiv, aber unabdingbar

Ein Delegierter schläft während der Plenarsitzung der COP27 Klimakonferenz, 20.11.2022 (Thomas Trutschel / IMAGO / photothek)

Bild: Ein Delegierter schläft während der Plenarsitzung der COP27 Klimakonferenz, 20.11.2022 (Thomas Trutschel / IMAGO / photothek)

Im vergangenen Jahr hat die Weltgemeinschaft kaum eine der vielen Krisen und Konflikte unserer Zeit gelöst. 2024, das kann man guten Gewissens behaupten, war ein multilateraler Totalausfall. Das gilt nicht nur für Kriege wie jene in der Ukraine oder in Gaza, die weiterhin mit extremer Härte geführt werden, sondern auch für die planetaren Krisen: Im vierten Quartal 2024 gab es vier UN-Konferenzen zu Umwelt- und Klimathemen. Alle endeten ohne Ergebnis oder nur mit einem Minimalkonsens. Die jeweils rund 200 Teilnehmerländer fanden keine überzeugenden Antworten auf die drängendsten Menschheitsprobleme. 

Die erste Niederlage ereignete sich Ende Oktober 2024 auf der UN-Konferenz in Kolumbien zur Rettung der Biodiversität. Dort reisten viele Länderdelegationen einfach ab, als die Verhandlungen in die Verlängerung gingen. Seit zwei Jahren gibt es zwar ein UN-Abkommen zum Stopp des Artensterbens, doch für dessen Umsetzung fehlt der Wille. Ähnlich sieht es beim Klimaschutz aus, auch hier blockieren vorwiegend Ölstaaten den Ausstieg aus klimaschädlichen Energiequellen. Bei der jüngsten Weltklimakonferenz in Baku im November 2024 wollten sie sogar die bereits gemachten Zusagen aus dem Pariser Abkommen von 2015 wieder zurückdrehen. Noch schwieriger ist es derzeit bei Problemen, zu denen es noch gar keine UN-Abkommen gibt, etwa für eine weltweite Reduktion von Plastikmüll oder den Stopp der Wüstenbildung.

»Blätter«-Ausgabe 2/2025

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (12.00€)
Druckausgabe kaufen (12.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Blackout: Die imperiale Lebensweise lässt sich nicht »abschalten«

von Ulrich Brand, Markus Wissen

Fünf lange Tage waren zehntausende Haushalte und mehr als 2000 Unternehmen bei eisigen Temperaturen im Berliner Südwesten Anfang Januar ohne Strom und ohne Heizung. Ausgelöst wurde der Stromausfall durch einen Brandanschlag auf eine wichtige, oberirdisch verlaufende Kabelbrücke des Berliner Stromnetzes.