Ausgabe März 2025

Ertüchtigung zum Frieden

Warum wir dem »subjektiven Faktor« im Krieg mehr Beachtung schenken müssen

Fahne mit Friedenstaube bei einer Friedensdemonstration in Berlin, 3.10.2024 (Christian Ender / IMAGO / PIC ONE)

Bild: Fahne mit Friedenstaube bei einer Friedensdemonstration in Berlin, 3.10.2024 (Christian Ender / IMAGO / PIC ONE)

Mit dem russländischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, den zunehmenden Spannungen um Taiwan und den vielen anderen Konflikten auf der Welt haben Rüstung und Militär in den vergangenen Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Dagegen drohen die Erkenntnisse und Erfolge der Friedens- und Konfliktforschung immer mehr ins Hintertreffen zu geraten, wie auch die internationalen Organisationen und Institutionen zur Förderung des Friedens. Diese entstanden, was häufig vergessen wird, erst vor rund einhundert Jahren. Eine entscheidende Rolle spielte dabei der verheerende Erste Weltkrieg. In seiner Folge wurde der Völkerbund gegründet, doch der Wunsch nach Frieden ging weit darüber hinaus. So sind auf dem Grundstein des ersten Gebäudes der 1919 gegründeten Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) die Worte eingraviert: „Si vis pacem cole iustitiam“ – „Wenn Du Frieden willst, sorge für Gerechtigkeit“; gemeint sind damit die Arbeits- und Sozialverhältnisse. 

Ein generelles Verbot von Krieg und militärischer Gewalt zwischen den Staaten wurde allerdings erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs völkerrechtlich verankert, mit der Annahme der UN-Charta als der Verfassung der Vereinten Nationen.

»Blätter«-Ausgabe 3/2025

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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