Ausgabe Februar 2026

Das Zeitalter des neuen Imperialismus

Make America, Make Russia, Make China great again!

Bei einer Militär-Parade in Peking, 3.9.2025 (IMAGO / Xinhua)

Bild: Bei einer Militär-Parade in Peking, 3.9.2025 (IMAGO / Xinhua)

Die zweite Amtszeit Donald Trumps steht auch für einen neuen Imperialismus dreier aggressiver Mächte, der USA, Russlands und Chinas. Dabei rekurrieren alle drei auf die unterschiedlichen Linien ihrer je eigenen imperialen Geschichte. Für Europa lautet die entscheidende Frage, ob der hegemoniale Abstieg der USA friedlich bleibt und ob sich die EU zwischen den imperialen Großmächten behaupten kann.

Die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA wie auch die Ankündigung einer Annexion Grönlands stehen für eine fundamentale historische Zäsur: Wir befinden uns am Beginn eines neuen imperialistischen Zeitalters, weg von der Tradition der Vereinigten Staaten als benevolenter, das Völkerrecht achtender, Hegemon in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dabei weisen die Geschichten des neuen imperialistischen »Trio infernale« – USA, Russland und China – trotz der Gemeinsamkeit der kontinentalen Expansion erhebliche typologische Unterschiede auf. 

Ungeachtet seiner Gewaltandrohungen erleben wir Trumps Rückgriff auf den sogenannten Dollar-Imperialismus der USA im 19. Jahrhunderts, als große Teile des heutigen US-Territoriums von europäischen Kolonialmächten regelrecht gekauft wurden, ohne die einheimische Bevölkerung in diese Transaktionen einzubeziehen.

»Blätter«-Ausgabe 2/2026

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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