Bild: Selenskij und Trump sitzen sich gegenüber bei dem Arbeitsessen in Mar-a-Lago, 29.12.2025 (IMAGO / APAimages)
Vier Jahre nach Beginn der russischen Großinvasion ist die Welt eine andere geworden. Inzwischen drängt nicht nur Moskau auf eine regionale Einflusszone, sondern auch die Trump-Regierung. Die kriegsgeschundene Ukraine ist heute ein zentraler Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung. Kann Europa einen Gegenpol zur drohenden Aufteilung der Welt bilden?
Wie viel sich in einem Jahr doch verändern kann: Noch im vergangenen Februar, rund um den dritten Jahrestag der russischen Vollinvasion, war die Furcht weit verbreitet, der soeben vereidigte US-Präsident Donald Trump werde gemeinsam mit Kremlchef Wladimir Putin einen Diktatfrieden zulasten der Ukraine durchsetzen. Jetzt, nach einem Jahr Trump und einem weiteren Jahr des Blutvergießens im Osten Europas, sind wir klüger. Auch der selbsternannte Friedensstifter im Weißen Haus wird diesen Krieg nicht zu dem von ihm angekündigten raschen Ende führen können.
Nach Monaten teils dilettantischer diplomatischer Initiativen aus Washington[1] scheinen die Gespräche dieses Winters zwar Fortschritte erbracht zu haben, aber dies gilt vor allem für das angespannte Verhältnis zwischen den USA, der Ukraine und ihren europäischen Unterstützern. Russland hingegen hat sich kaum bewegt und beharrt weiter auf Maximalforderungen.