Wie Giorgia Meloni die italienische Rechte verkörpert
Bild: Giorgia Meloni am 13. Juni 2024 am Rande des G7-Treffens in Savelletri Di Fasano (Presidenza Del Consiglio / G7 Ital / IMAGO / ZUMA Press Wire)
Auf der internationalen Bühne ist Giorgia Meloni ihres neofaschistischen Hintergrundes zum Trotz längst akzeptiert, gar geachtet. Mal besucht sie als Teil einer europäischen Unterstützerkoalition für die Ukraine Donald Trump im Weißen Haus, mal empfängt sie Friedrich Merz und sein Kabinett zu deutsch-italienischen Regierungskonsultationen in Rom. Doch wie verhält es sich in Italien? Was prägt Melonis Politik?
Giorgia Meloni nennt sich »il presidente«, nicht »la presidente«, wie es eigentlich naheliegend und auch grammatisch korrekt wäre. Nein, »il presidente«. Sie ist der Chef, nicht die Chefin, der Leader, nicht die Leaderin. Noch nie hat es eine Frau so weit gebracht im Regierungsapparat, sie ist die erste Ministerpräsidentin der italienischen Geschichte überhaupt. Pardon, der erste weibliche Ministerpräsident. Giorgia Meloni besteht auf der männlichen Anrede – mit der Begründung, sie möge keine weiblichen Formen. Ihre Position ist so bemerkenswert, dass sich kurz nach ihrem Regierungsantritt im Herbst 2022 sogar die Accademia della Crusca, die Hüterin der italienischen Sprache, zu Wort meldete: »Bestimmte Titel mit weiblicher Endung zu benutzen, ist in jedem Falle berechtigt, und wer sie gebraucht, akzeptiert eine inzwischen weit vorangeschrittene historische Entwicklung«, ließ der Vorsitzende Claudio Marazzini verlauten: »Dennoch, wer die männlichen Formen vorzieht, hat ebenfalls das Recht, dies zu tun.«
Also: il presidente.