Bild: Die Pituffik Space Base in Grönland, 4.10.2023 ( Thomas Traasdahl / IMAGO / Ritzau Scanpix)
Seit seinem ersten Amtsantritt hat US-Präsident Donald Trump immer wieder die Bedeutung Grönlands für die nationale Sicherheit der USA herausgestellt. Neben dem Anspruch, mit der größten Insel der Welt Amerikas Territorium zu vergrößern, zielt er auf Grönlands Rohstoffe und betont dessen Lage in der Arktis. Tatsächlich rückt die Polregion in den Fokus geopolitischer Interessen, auch durch die von Trump bestrittene globale Erwärmung, die den Zugang zu Ressourcen und Transportrouten künftig erleichtern wird. Die US-Verteidigungsstrategie von 2026 will »den militärischen und kommerziellen Zugang der USA in Schlüsselgebiete garantieren, von der Arktis bis Südamerika, insbesondere in Grönland, dem Golf von Amerika und dem Panamakanal«.1 Angesichts massiver Kritik durch Dänemark und andere Nato-Staaten bekräftigte Trump beim jüngsten Weltwirtschaftsforum in Davos, dass dies auch ohne eine gewaltsame Annexion Grönlands möglich sei. Bei seinem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte wurde der Rahmen für ein künftiges Abkommen vereinbart, das den USA die Einrichtung neuer und die Übernahme bestehender Militärbasen in Grönland ermöglichen soll.
Grönland liegt zwischen den Nuklearmächten, und viele Flugrouten von Bombern und Atomraketen verlaufen über die Arktis; beides machte die Insel im Kalten Krieg zu einem Teil des Frühwarn- und Abwehrsystems der USA.