Ausgabe März 2026

15 Jahre nach dem GAU: Nichts gelernt aus Fukushima?

Mitglieder der japanischen Streitkräfte bei Dekontaminierungsarbeiten im Rathaus von Namie Machi, 8 Kilometer vom Atomkraftwerk Fukushima entfernt, 8.12.2011 (IMAGO / UPI Photo)

Bild: Mitglieder der japanischen Streitkräfte bei Dekontaminierungsarbeiten im Rathaus von Namie Machi, 8 Kilometer vom Atomkraftwerk Fukushima entfernt, 8.12.2011 (IMAGO / UPI Photo)

15 Jahre nach der Katastrophe von Fukushima scheinen die Risiken der Kernenergie im öffentlichen Bewusstsein zu verblassen. In vielen Ländern wird Atomkraft als klimafreundliche Energiequelle präsentiert – und einer »nuklearen Renaissance« das Wort geredet. Damit wächst der Druck auf die Behörden, bei der Genehmigung neuer Reaktoren zulasten der Sicherheit zu entscheiden.

Vor 15 Jahren ereignete sich in Japan eine der schwersten Katastrophen der zivilen Nutzung der Kernenergie. Am 11. März 2011 löste ein starkes Seebeben einen Tsunami aus, dessen bis zu 14 Meter hohe Wellen das Kraftwerk Fukushima Daiichi trafen. In vier Reaktorblöcken kam es zu einem vollständigen Stromausfall (»Station Blackout«). Notstromsysteme und die Kühlung der Reaktorkerne brachen zusammen. Drei Kernschmelzen und mehrere Wasserstoffexplosionen folgten und setzten große Mengen radioaktiver Stoffe frei.

Über 160 000 Menschen mussten evakuiert werden oder flohen1, weite Landstriche wurden radioaktiv kontaminiert, landwirtschaftliche Nutzung und wirtschaftliche Aktivität massiv eingeschränkt. Japan schaltete alle inländischen Kernkraftwerke ab, bis heute sind nur wenige wieder in Betrieb. Rückblickend deutete der damalige Premier Naoto Kan an, zeitweise sei sogar eine Evakuierung des Großraums Tokio diskutiert worden und nur die günstige Windrichtung habe verhindert, dass radioaktive Wolken in Richtung der Metropole zogen.

»Blätter«-Ausgabe 3/2026

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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