Bild: In Lübbenau entsteht ein Mega-Rechenzentrum, dessen Kühlung beträchtliche Wassermengen benötigen wird, 21.4.3036 (IMAGO / Jochen Eckel)
Wasserknappheit – das scheint für viele noch immer eine Frage anderer Kontinente zu sein. Das ist ein Irrtum, denn angesichts der Klimakrise verschärft sich auch hierzulande vielerorts der Wassermangel. Befördert wird dieser zudem von industriellen Großprojekten mit hohem Wasserverbrauch und einer Kommerzialisierung von Grundwasserressourcen – zulasten der Menschen und der Natur.
Zunehmende Dürren, austrocknende Seen und Flüsse, sinkende Grundwasserspiegel – der jüngste UN-Bericht des Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit (UNU-INWEH) spricht nicht länger von Wasserkrise oder Wasserknappheit, sondern von einem »globalen Wasserbankrott«1. Und das zu Recht, denn schließlich wird in vielen Regionen der Erde heute mehr Wasser verbraucht, als nachhaltig verfügbar ist. Was jedoch den wenigsten Menschen klar sein dürfte: Auch Deutschland zählt zu diesen Ländern. Seit der Jahrtausendwende verlieren wir im Schnitt 2,5 Gigatonnen Wasser pro Jahr. Das entspricht dem Jahresverbrauch von 54 Millionen Menschen.2 In absoluten Zahlen gehört Deutschland damit zu den Ländern mit den höchsten Wasserverlusten weltweit.3 Dabei schwindet das Wasser nicht überall gleich: Der Verlust von Grundwasser ist im Norden Deutschlands wesentlich stärker ausgeprägt als im Süden. Insbesondere die heute bereits trockenen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg werden in den kommenden Jahrzehnten massive Probleme mit Wassermangel bekommen.