Ausgabe Mai 2026

Gegen die AfD, aber demokratieverträglich

Unter dem Motto »Lichtermeer der Hoffnung gegen Rechtsextremismus« haben sich Demonstrierende am Brandenburger Tor versammelt, 25.1.2025 (IMAGO / Achille Abboud)

Bild: Unter dem Motto »Lichtermeer der Hoffnung gegen Rechtsextremismus« haben sich Demonstrierende am Brandenburger Tor versammelt, 25.1.2025 (IMAGO / Achille Abboud)

Da die Erfolgsaussichten eines Verbots der AfD weiterhin ausgesprochen ungewiss sind, bleibt die Prüfung der Alternativen unabdingbar. Worin also bestehen die rechtlichen und politischen Möglichkeiten im Kampf gegen die Rechtsradikalen?

Bezüglich der AfD haben in diesem Jahr einige durchaus konträr gelagerte Ereignisse aufhorchen lassen: Zum einen gab das Verwaltungsgericht Köln im Februar einem Eilverfahren der AfD teilweise statt und untersagte dem Bundesamt für Verfassungsschutz bis zu einer endgültigen Entscheidung im Hauptsacheverfahren, die Partei als »gesichert rechtsextremistisch« einzustufen und zu bezeichnen. Das Gericht sah zwar Anhaltspunkte für »verfassungsfeindliche« Bestrebungen, weshalb die Einstufung als Verdachtsfall von der Entscheidung unberührt bleibe und eine Beobachtung mit nachrichtendienstlichen Mitteln wie Lauschangriff und V-Leute weiter möglich sei. Allerdings bestehe noch keine ausreichende Prägung des Gesamtbildes der Partei, weshalb sie nicht in Gänze als »gesichert rechtsextremistisch« einzustufen sei.

Zum anderen haben die Ergebnisse der Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz deutlich gemacht, dass wir es längst nicht mehr mit einem bloßen Ost-Phänomen zu tun haben. Im Gegenteil: Ein bekannter ehemaliger Oppositionsführer der CDU, der einst versprach, die AfD zu »halbieren«, sieht sie nun als Bundeskanzler im Bund mehr als verdoppelt, ja sogar Kopf an Kopf mit der Union.

»Blätter«-Ausgabe 5/2026

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (12.00€)
Druckausgabe kaufen (12.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Mai 2026

In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert. 

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema