Bild: Friedrich Merz im Bundestag (IMAGO / Emmanuele Contini)
Man will es kaum glauben, aber am 6. Mai ist es gerade einmal ein Jahr her, dass Friedrich Merz zum Bundeskanzler gewählt und anschließend samt seiner Ministerinnen und Ministern vereidigt wurde. Offensichtlich gilt hier der alte, Lenin zugeschriebene Satz: »Es gibt Jahrzehnte, in denen nichts passiert, und Wochen, in denen Jahrzehnte passieren.«
Zweifellos gab es in der bisherigen Amtszeit der Regierung Merz eine enorme Ereignisdichte. Besonderes intensiv aber gestaltete sich der vergangene Monat.
Vor nur drei Wochen, in der Nacht vom 7. auf den 8. April 2026, starrte die Welt um 2 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit gebannt auf Iran, nachdem US-Präsident Donald Trump die Auslöschung »einer ganzen Zivilisation«1 für den Fall angekündigt hatte, dass die Führung in Teheran die Straße von Hormus nicht freigeben werde. Diese genozidale Androhung war zweifellos der (bisherige) Höhepunkt der Trumpschen Bereitschaft, alle völkerrechtlichen Bindungen zu zerschlagen. Zum Glück ließ der US-Präsident einmal mehr seiner lautstarken Ankündigung keine Taten folgen, auch weil sich Iran auf Verhandlungen einließ und Trump zunehmend Gegenwind aus den eigenen Reihen bekommt, was offensichtlich wie schon im Fall seines Rückzugs in Sachen Grönland Wirkung zeigt.