Ausgabe Juni 2026

Für einen neuen Liberalismus

Warum Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammengehören

Franziska Brantner,  Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen, 17.3.2025 (IMAGO / NurPhoto)

Bild: Franziska Brantner, Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen, 17.3.2025 (IMAGO / NurPhoto)

Der große autoritäre Umbruch, der gegenwärtig sowohl die nationale als auch internationale Politik erschüttert, führt zu enormer Verunsicherung bei den Menschen. Umso mehr muss er die politischen Akteure veranlassen, sich der Ziele ihres Handelns immer wieder aufs Neue zu vergewissern, aber auch ihrer Wurzeln. Dabei kommt der Erneuerung des Liberalismus speziell für die Grünen eine besondere Bedeutung zu.

Wer angesichts der gewaltigen Herausforderungen der Gegenwart über die Aufgaben der Politik grundsätzlicher nachdenkt, stößt unweigerlich auf die Grundideen unserer Moderne – vor allem auf Liberalismus, Konservatismus und Sozialismus, aber inzwischen auch auf einen vergleichsweise jungen Mitspieler, das ökologische Denken. 

Diese Denkschulen und Konzepte sind wie Kontinente auf der Landkarte der Ideen. Doch wenn sie praktisch werden, bleiben sie nicht abgetrennt voneinander wie in einem platonischen Ideenhimmel, sondern verbinden und vermischen sich. Und das ist auch gut so, denn unbedingte Reinheit ist eine Schnellstraße in den Dogmatismus. Die Wirklichkeit ist zu vielfältig, um sich unter eine einzige Idee bringen zu lassen.

Die Vielfalt und Koexistenz der Ideen in der Praxis spiegelt sich auch im Selbstverständnis der demokratischen Parteien.

»Blätter«-Ausgabe 6/2026

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social-Media- kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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