Ausgabe Mai 2014

Indien: Subkontinent in Schieflage

In Indien findet zwischen dem 7. April und dem 12. Mai die 16. Wahl zur Lok Sabha, dem Nationalparlament, statt. Es ist eine Wahl der Superlative: Rund 814 Millionen Inderinnen und Inder, unter ihnen 110 Millionen Erstwähler, können an einem von neun Wahltagen ihre Stimme abgeben. In den 543 Wahlkreisen zwischen den schneebedeckten Höhen des Himalayas und der tropischen Südspitze des indischen Subkontinents treten insgesamt über 300 Parteien und tausende unabhängige Kandidatinnen und Kandidaten an. Nicht nur die Wähler drohen dabei die Übersicht zu verlieren. Im neuen Parlament wird durch das reine Mehrheitswahlrecht wieder eine Vielzahl von Fraktionen und unabhängigen Abgeordneten vertreten sein. Entsprechend kompliziert verspricht die Regierungsbildung zu werden.

Hinzu kommt: Wie auch immer die künftige indische Nationalregierung aussehen wird, sie steht vor immensen Herausforderungen. Denn das große Wahlspektakel kann nur kurzzeitig darüber hinwegtäuschen, dass die indische Gesellschaft von wachsender Ungleichheit und von Korruption durchzogen ist. Dass Indiens Politiker die Spaltung des Landes aufhalten können, ist derzeit mehr als fraglich.

Dabei stünden die Zeichen für einen Neuanfang gut. Nach zehn Jahren als Premierminister kandidiert Manmohan Singh nicht für eine weitere Amtszeit.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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