Ausgabe Mai 2014

Indien: Subkontinent in Schieflage

In Indien findet zwischen dem 7. April und dem 12. Mai die 16. Wahl zur Lok Sabha, dem Nationalparlament, statt. Es ist eine Wahl der Superlative: Rund 814 Millionen Inderinnen und Inder, unter ihnen 110 Millionen Erstwähler, können an einem von neun Wahltagen ihre Stimme abgeben. In den 543 Wahlkreisen zwischen den schneebedeckten Höhen des Himalayas und der tropischen Südspitze des indischen Subkontinents treten insgesamt über 300 Parteien und tausende unabhängige Kandidatinnen und Kandidaten an. Nicht nur die Wähler drohen dabei die Übersicht zu verlieren. Im neuen Parlament wird durch das reine Mehrheitswahlrecht wieder eine Vielzahl von Fraktionen und unabhängigen Abgeordneten vertreten sein. Entsprechend kompliziert verspricht die Regierungsbildung zu werden.

Hinzu kommt: Wie auch immer die künftige indische Nationalregierung aussehen wird, sie steht vor immensen Herausforderungen. Denn das große Wahlspektakel kann nur kurzzeitig darüber hinwegtäuschen, dass die indische Gesellschaft von wachsender Ungleichheit und von Korruption durchzogen ist. Dass Indiens Politiker die Spaltung des Landes aufhalten können, ist derzeit mehr als fraglich.

Dabei stünden die Zeichen für einen Neuanfang gut. Nach zehn Jahren als Premierminister kandidiert Manmohan Singh nicht für eine weitere Amtszeit.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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