Ausgabe September 2014

Ukraine – der amerikanische Krieg

Die Situation in der Ukraine droht gegenwärtig von Tag zu Tag weiter zu eskalieren, nur noch wenig scheint Europa von einem offenen Krieg zwischen zwei souveränen Staaten zu trennen. Nachdem der Politikwissenschaftler Andreas Heinemann-Grüder das Versagen der EU analysierte (Ukraine: Revolution und Revanche, „Blätter“ 6/2014) und Russland-Experte Manfred Quiring die russische Strategie (Putins Poker, „Blätter“ 8/2014), untersucht der bekannte, vielfach ausgezeichnete US-amerikanische Journalist William Pfaff, langjähriger Kolumnist der „International Herald Tribune“, des Londoner „Observer“ und der „Blätter für deutsche und internationale Politik“, das verhängnisvolle Verhalten der Vereinigten Staaten. – D. Red.

Unter den westeuropäischen und amerikanischen Kommentatoren der Ukraine-Krise scheint es nur wenige zu beunruhigen, dass die Vereinigten Staaten diese Entwicklung ausgelöst haben und dass sie womöglich in einem Krieg enden könnte. Dass dies niemanden beunruhigt, beunruhigt wiederum mich zutiefst.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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