Ausgabe März 2019

Deutscher Protestantismus: Politische Theologie à la Carl Schmitt?

Bild: Jonathan Schöps / photocase.com

In der Januar-Ausgabe rekonstruierte „Blätter“-Mitherausgeber Micha Brumlik die israelische Staatsgeschichte und übte dabei auch Kritik an Vertretern der evangelischen Kirche. Darauf erwidert der Politikwissenschaftler Sebastian Wolf.

Micha Brumlik hat in einem bemerkenswerten Beitrag zu Recht festgestellt, moderner Nationalismus enthalte häufig „Gründungs- und Rechtfertigungsideologien, die auf einem Wiederauferstehungsmythos basieren“.[1] Damit zusammenhängend diagnostiziert er im Hinblick auf die israelische Staatsgründung vielfach eine „presentic fallacy“, eine präsentische Täuschung, in Form einer unverhältnismäßigen „Aufladung eines kleineren regionalen Konflikts im Lichte der jüdischen und christlichen Tradition“. Anstelle dieser theologischen Aufladung käme es darauf an, den Israel-Palästina-Konflikt „nüchtern im globalen Kontext zu sehen“.

Unter den zahlreichen von Brumlik kritisch erwähnten Akteuren befinden sich wenig überraschend viele religiöse, theologische oder kirchliche Autoren und Gruppierungen. Auffallend ist allerdings, wie schlecht die evangelische Kirche und protestantische Theologen in der Analyse wegkommen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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