Ausgabe März 2019

Wirtschaftskrieg um Hightech

Im Welthandel weht ein rauer Wind. Standen die Zeichen lange Zeit auf Freihandel und die Liberalisierung des Kapitalverkehrs, werden heute handfeste Konflikte über Marktzugang und Übernahmen ausgefochten. Im Zentrum der Auseinandersetzungen stehen die USA und China. Denn die Regierung Trump hat einen radikalen politischen Kurswechsel vollzogen: Versuchte die Vorgängerregierung noch, ihre Verbündeten mit Freihandels- und Investitionsabkommen an sich zu binden und China auf diese Weise einzukreisen, setzt die Trump-Administration auf Konfrontation. Durch Zolldrohungen und Sanktionsmaßnahmen sollen die Märkte in China geöffnet werden.

Dabei geht es jedoch um mehr, nämlich um die zukünftige Vorherrschaft in der Weltwirtschaft. China hat wirtschaftlich rasant aufgeholt und sich in atemberaubendem Tempo zu einem Hightech-Standort gewandelt. Das Land ist heute die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und trägt rund ein Drittel zum Weltwirtschaftswachstum bei. Netzwerkausrüster wie Huawei stehen an der Weltspitze, Digitalkonzerne wie der Internethändler Alibaba dominieren den Binnenmarkt.[1]

Die Angst, in Zukunftsbranchen die Führungsrolle zu verlieren, verunsichert nicht nur US-Strategieplaner. In Berlin und Brüssel gibt es ähnliche Befürchtungen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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