Ausgabe März 2019

Wirtschaftskrieg um Hightech

Im Welthandel weht ein rauer Wind. Standen die Zeichen lange Zeit auf Freihandel und die Liberalisierung des Kapitalverkehrs, werden heute handfeste Konflikte über Marktzugang und Übernahmen ausgefochten. Im Zentrum der Auseinandersetzungen stehen die USA und China. Denn die Regierung Trump hat einen radikalen politischen Kurswechsel vollzogen: Versuchte die Vorgängerregierung noch, ihre Verbündeten mit Freihandels- und Investitionsabkommen an sich zu binden und China auf diese Weise einzukreisen, setzt die Trump-Administration auf Konfrontation. Durch Zolldrohungen und Sanktionsmaßnahmen sollen die Märkte in China geöffnet werden.

Dabei geht es jedoch um mehr, nämlich um die zukünftige Vorherrschaft in der Weltwirtschaft. China hat wirtschaftlich rasant aufgeholt und sich in atemberaubendem Tempo zu einem Hightech-Standort gewandelt. Das Land ist heute die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und trägt rund ein Drittel zum Weltwirtschaftswachstum bei. Netzwerkausrüster wie Huawei stehen an der Weltspitze, Digitalkonzerne wie der Internethändler Alibaba dominieren den Binnenmarkt.[1]

Die Angst, in Zukunftsbranchen die Führungsrolle zu verlieren, verunsichert nicht nur US-Strategieplaner. In Berlin und Brüssel gibt es ähnliche Befürchtungen.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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