Ausgabe März 2019

Wirtschaftskrieg um Hightech

Im Welthandel weht ein rauer Wind. Standen die Zeichen lange Zeit auf Freihandel und die Liberalisierung des Kapitalverkehrs, werden heute handfeste Konflikte über Marktzugang und Übernahmen ausgefochten. Im Zentrum der Auseinandersetzungen stehen die USA und China. Denn die Regierung Trump hat einen radikalen politischen Kurswechsel vollzogen: Versuchte die Vorgängerregierung noch, ihre Verbündeten mit Freihandels- und Investitionsabkommen an sich zu binden und China auf diese Weise einzukreisen, setzt die Trump-Administration auf Konfrontation. Durch Zolldrohungen und Sanktionsmaßnahmen sollen die Märkte in China geöffnet werden.

Dabei geht es jedoch um mehr, nämlich um die zukünftige Vorherrschaft in der Weltwirtschaft. China hat wirtschaftlich rasant aufgeholt und sich in atemberaubendem Tempo zu einem Hightech-Standort gewandelt. Das Land ist heute die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und trägt rund ein Drittel zum Weltwirtschaftswachstum bei. Netzwerkausrüster wie Huawei stehen an der Weltspitze, Digitalkonzerne wie der Internethändler Alibaba dominieren den Binnenmarkt.[1]

Die Angst, in Zukunftsbranchen die Führungsrolle zu verlieren, verunsichert nicht nur US-Strategieplaner. In Berlin und Brüssel gibt es ähnliche Befürchtungen.

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In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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