Ausgabe August 1990

El Salvador:

Mühsamer Dialog

Die Befreiungsbewegung "Farabundo Marti" (FMLN) und die ultrarechte Regierung El Salvadors führen die Gespräche zur friedlichen Beilegung des bewaffneten Konfliktes fort. Unter Vermittlung der Vereinten Nationen konnte man sich in Genf (April 1990) erstmals auf einen zeitlichen Rahmen und in Caracas/Venezuela (Mai 1990) auf eine Tagesordnung einigen. Als jedoch in Oaxtepec/ Mexiko (Juni 1990) eine konkrete Vereinbarung über die Zukunft der Streitkräfte gesucht wurde, kam kein Abkommen zustande. Bis zum Oktober vergangenen Jahres führten die jeweiligen Unterredungen zwischen Regierung und Aufständischen zu keinerlei Ergebnissen. Die Regierungsseite weigerte sich, auf die konkreten Verhandlungsvorschläge der Befreiungsbewegung überhaupt einzugehen.

So blieb es jeweils beim "Dialog", folgenlosen Gesprächen. Wirkliche Verhandlungen über die Ursachen des Krieges und notwendige Reformen fanden nicht statt. Die Regierungstaktik - Fortführung des "Dialogs" und Ringen um rein formale Fragen (wie/wann/wo finden wieder Gespräche statt) - hatte zum Ziel, der ultrarechten Staatsführung international ein konziliantes Image zu verschaffen.

August 1990

Sie haben etwa 13% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 87% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema