Ausgabe Oktober 1993

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Die Fernostpolitik der Russischen Föderation

Unter dem Blickwinkel seiner geographischen Ausdehnung ist Rußland heute in erster Linie eine asiatische Macht; über zwei Drittel seiner Fläche liegen in Asien. Rußland ist als der Nachfolgestaat der Sowjetunion somit geographisch von Europa abgerückt eine Reihe von "Pufferstaaten", gebildet aus den ehemaligen Sowjetrepubliken, trennen Rußland heute von Mittel- und Südosteuropa. Dies sind bedeutende Veränderungen, die Auswirkungen auf die russische Außenpolitik haben. Moskau verlor damit wichtige Häfen am Schwarzen Meer und in der baltischen Region, sein Grenzverlauf am Pazifik blieb jedoch unangetastet. Die Auseinandersetzung in Moskau um die Neugestaltung der Außenpolitik ist heute auch ein Machtkampf zwischen den sog. Atlantisten (oder "Westlern") und den nationalpatriotisch gesinnten Eurasiern, die für eine verstärkte Abkehr vom Westen und eine Hinwendung zu Asien plädieren 1). Alexej Puschkow, stellvertretender Chefredakteur der "Moskau News", schrieb Ende 1992: "Ein untrügliches Zeugnis dafür, daß Rußland in der Außenpolitik ein eigenes Gesicht bekommt, ist seine Hinwendung nach Osten. Der November-Besuch von Boris Jelzin in Südkorea, die für Dezember geplante Reise Jelzins nach China und der für Januar in Aussicht genommene Besuch in Indien sprechen dafür, daß diese Orientierung ernst gemeint ist.

Oktober 1993

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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