Ausgabe Juli 1994

Nichtverbreitung mit militärischen Mitteln?

Nordkoreas Nuklearprogramm und die Strategie der Counterproliferation

Spätestens seit dem Golfkrieg steht die Gefahr der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen (Proliferation) auf der internationalen Tagesordnung ganz oben. Die Sicherheitsstrategen richten ihr Hauptaugenmerk auf die neuen "Proliferationsrisiken", an neuen militärischen Konzepten zu ihrer Bekämpfung wird gearbeitet. Hierzu gehört die Zerstörung von Kernwaffen und Produktionsanlagen ebenso wie die Abwehr von Raketenangriffen. Nordkorea dient als Beispiel für die anscheinend kaum aufzuhaltende Proliferation, der auch militärisch zu begegnen sei. Der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm fällt in eine kritische Situation, denn 1995 steht die Verlängerung des Atomwaffensperrvertrages (Non-Proliferation Treaty NPT) an. Eine Verschiebung der Nichtverbreitung hin zu militärischen Prioritäten würde großen Schaden anrichten. Was also tun mit den Ländern, die man an der Schwelle zur Bombe wähnt, was mit jenen, die sich bereits in den Besitz solcher Waffen gebracht haben?

1. Der Streit um Nordkoreas nukleare Ambitionen

Das Tauziehen um Pjöngjangs Atomprogramm geht weiter.

Juli 1994

Sie haben etwa 2% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 98% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Euphorie und Ernüchterung: Bangladesch nach dem Aufstand

von Natalie Mayroth, Dil Afrose Jahan

Im September fanden an der Universität Dhaka, einer der wichtigsten Hochschulen Bangladeschs, Wahlen zur Studentenvereinigung statt. Manche sehen sie als Testlauf für die nationalen Wahlen. Daher ist es ein Warnsignal, dass dort ausgerechnet der Studentenflügel der islamistischen Jamaat-e-Islami gewann.