Seit etwa zwei Jahren machen die Großunternehmen der internationalen Pharmaindustrie durch zahlreiche Akquisitionen, Beteiligungen und Kooperationen von sich reden. Auf den wachsenden Druck staatlicher Gesundheitsreformen und Kostendämpfungsmaßnahmen, sich verändernder Vertriebsstrukturen auf den Gesundheitsmärkten und auslaufender Patente für umsatzträchtige Originalpräparate haben die Großen der Branche mit einer fulminanten Übernahmewelle reagiert. Die Einkaufsliste ist mittlerweile lang. Einige Schlaglichter: - 1993 hat der US-amerikanische Branchenführer Merck für 6,6 Mrd. US-Dollar das führende Arzneimittel-Vertriebsunternehmen Medco Content Services übernommen und damit die neue Fusionswelle angestoßen; - 1994 folgte Konkurrent SmithKline Beecham und erwarb für 2,3 Mrd. US-Dollar den US-Pharmagroßhändler Diversified Pharmaceutical Services; - ebenfalls 1994 in das Vertriebsgeschäft eingestiegen ist der US-Konzern Pfitzer über ein 200 Mio. Dollar Joint-venture mit dem Unternehmen Value Health; - der Schweizer Multi Roche hat für 5,3 Mrd. US-Dollar den angeschlagenen amerikanischen Pharmakonzern Syntex gekauft und damit für teures Geld sein US-Geschäft mit freiverkäuflichen Medikamenten und Generika (patentfreie Nachahmerprodukte) gestärkt; - Hoechst hat Ende 1993 für 546 Mio.
In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.