Ausgabe Juni 1995

Wie robust ist der Aufschwung Ost?

Das wiederholt postulierte politische Ziel der Bundesregierung ist es, die ostdeutsche Wirtschaft so zu fördern, daß sie das gleiche Produktivitäts- und Einkommensniveau erreicht wie die westdeutsche.

Damit hätten dann die Bürger in den neuen Bundesländern und Berlin-Ost etwa die gleichen qualitativen Lebensbedingungen wie jene, die im früheren Bundesgebiet wohnen. Soll dieses Ziel erreicht werden, muß vor allem die ostdeutsche Industrie einen raschen und kräftigen Aufschwung nehmen; denn nur dieser Bereich kann, natürlich auch infolge von Auswirkungen auf Dienstleistungsbereiche, die erforderlichen Produktivitätsschübe, die Einkommens- und Beschäftigungszuwächse sowie nicht zuletzt die Exporte hervorbringen, mit denen sich westdeutsche Lebensbedingungen in Ostdeutschland selbst reproduzieren ließen. Werden die Zuwachsraten der ostdeutschen Industrieproduktion betrachtet, so widerspiegeln sie ein rasches und dynamisches Entwicklungstempo.

Rasches Wachstum der Industrieproduktion

Nach Überwindung der Rezession beschleunigen nun auch die potentiell innovations- und vor allem exportintensiven ostdeutschen Industriezweige ihr Entwicklungstempo.

Juni 1995

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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