Ausgabe Oktober 1995

Unvereinte Nationen

Die Weltorganisation und die Friedenssicherung

Im fünfzigsten Jahr seines Bestehens ist das UN-System für Friedenssicherung durch den bewaffneten Konflikt im ehemaligen Jugoslawien in eine komplizierte Krise geraten. Sie ist aber nicht nur kompliziert, sondern gleichzeitig auch signifikant.

Denn sie zeigt, daß die sie kennzeichnenden Probleme systemimmanent sind. Gegenwärtig ist vielfach zu hören, die UNO habe bei der Friedenssicherung im ehemaligen Jugoslawien versagt. Diese Annahme verbreitet sich teils aus Unkenntnis des Innenlebens der Weltorganisation, teils wird sie absichtsvoll aus nationalen machtpolitischen Überlegungen gestreut. Sie geht freilich insofern fehl, als es "die UNO" als einen fortdauernd und nach einheitlichen Regeln verläßlich handelnden Organismus weder gibt noch geben kann.

Grundlagen

Die UNO war 1945 aus den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges und aus dem Erkenntnisstand sowie dem Geist der damaligen Zeit entstanden. Sie war geschaffen worden, um, wie es im ersten Satz ihrer Charta heißt, "künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat".

Oktober 1995

Sie haben etwa 3% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 97% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema