Ausgabe Dezember 1996

Suez revisited

Vor vierzig Jahren verschied das Britische Empire. Der Todeskampf dauerte vom 31. Oktober bis zum 6. November 1956. Der Anlaß ist bekannt. Die eigentliche Todesursache aber bleibt ein Geheimnis. Als Anlaß wird von Historikern "Suez" genannt. Ausgeführt wurde die Exekution des Empire von Gamal Abdel Nasser und Anthony Eden. Mr. Eden, damals britischer Premier, betrachtete Oberst Nasser als "einen neuen Hitler" - der erste einer ganzen Reihe vom Westen so etikettierter "new Hitlers" im Nahen Osten. Heute tragen andere diesen Namen. Jener erste besiegte, im Unterschied zu seinem Namensvetter und seinen Vorgängern, den britischen Feind, wenn auch schlicht durch Nichtantreten. Nasser war ein populistischer Armeeoffizier, der 1952 mittels einer Militärrevolte die ägyptischen Monarchie beseitigte und anschließend auch formell die politische Führung des Landes übernahm. Nasser erklärte Ägypten zur Republik und für neutral im Kalten Krieg. 1955 gelang es ihm, Waffen aus der Tschechoslowakei zu beziehen, unter Mißbilligung der Westmächte, die auch von der ägyptischen Neutralität nichts hielten.

Frankreich beschuldigte Nasser, nationale Befreiungsbewegungen in Nordafrika zu unterstützen, und Israel warf ihm vor, Guerillas zu beherbergen, die israelische Siedlungen attackierten. Beides traf zu.

Dezember 1996

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