Ausgabe August 1997

Vormarsch der Ethnos-Politik in den mitteleuropäischen Beitrittsländern

1. Postkommunismus und das Projekt des Anschlusses an den Westen

Gleich am Anfang der neuen Ära in Europa entstanden bei den Eliten im Westen und den ersten nichtkommunistischen Regierungen in den ehemaligen Ostblockstaaten neue Erwartungen. Es kam sehr schnell zu einer geopolitisch gefärbten Rangfolge, was den Zutritt zum Klub des Westens anbelangt. Dabei werden den ostmitteleuropäischen Staaten Polen, Tschechoslowakei und Ungarn (den sogenannten Visegrad-Nationen) die besten Chancen eingeräumt; Slowenien schloß sich mit Verspätung an. Andererseits gilt nach der Teilung der Tschechoslowakei die Slowakei unter der Meciar-Regierung immer mehr als Problem. Die Regierung Kohl maß der Aufnahme dieser Nachbarstaaten in EU und NATO ein besonderes Gewicht zu. Deutschland nimmt nun eine Schlüsselposition als Garant für die Anpassungsfähigkeit dieser postkommunistischen Nationen und als Richter für die favorisierten Erfolgsmodelle in Ostmitteleuropa ein. Deutschland hat aber auch schon mehrmals in der Vergangenheit eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung dieser Staaten und deren Anbindung an Europa gespielt.

August 1997

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