Ausgabe April 2000

Wachablösung in Ost-Timor

Im Februar vollzog sich in Ost-Timor eine Wachablösung. Die internationale Schutztruppe INTERFET, die im Auftrag der UNO Frieden und Sicherheit in Ost-Timor wiederherstellen sollte, hat das militärische Kommando an die Weltorganisation übergeben. Künftig sollen im Rahmen der Übergangsverwaltung der UNO rund 11 000 Blauhelme eine sichere Umgebung für den Wiederaufbau gewährleisten. Die Bundeswehr hat ihre Sanitätstruppe am 23. Februar in die Heimat zurückbeordert. Am 29. Februar landete das Hauptkontingent auf dem Flughafen Köln-Wahn. Warum war die Bundeswehr überhaupt am anderen Ende der Welt engagiert? Wie fügt sich das deutsche Engagement in Ost-Timor in die UNO-Politik der rot-grünen Bundesregierung, deren erklärtes Ziel es ja laut Koalitionsvertrag ist, die Weltorganisation zu stärken? Blenden wir zurück zum Sommer letzten Jahres. Nachdem sich die Bevölkerung nach einem Vierteljahrhundert indonesischer Unterdrückung in einer von der UNO organisierten Volksbefragung am 30. August 1999 mit überwältigender Mehrheit für die Unabhängigkeit der ehemaligen portugiesischen Kolonie entschieden hatte, schlug der indonesische Staatsterrorismus zurück. Von der Armee gesteuerte paramilitärische Banden überzogen das kleine Land mit einer Welle des Terrors.

Sie haben etwa 12% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 88% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Indien: Der große Exodus

von Ellen Ehmke

Es ist der größte Lockdown der Menschheitsgeschichte: Am 24. März verordnete Premierminister Narendra Modi dem indischen Subkontinent eine mehrwöchige Ausgangssperre, die mindestens bis Anfang Mai anhalten soll. Das Ziel: Die Ausbreitung des Coronavirus unter den knapp 1,4 Milliarden Inder*innen aufzuhalten.