Ausgabe Februar 2000

Steuerpolitik für Shareholder

Immer weiter entfernt sich die rot-grüne Regierung in der Finanzpolitik von ihren ursprünglichen Zielen. 1) Von der nachfrageorientierten Stärkung des Wirtschaftswachstums und der "energischen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit" - um auf diesem Weg (!) solide öffentliche Haushalte zu erreichen - hat man sich schon vor einiger Zeit verabschiedet. Nach der sozial gerechteren Verteilung der Steuerlast und der Stärkung der Massenkaufkraft werden nun offenbar auch die Vereinfachung und Transparenz des Steuersystems von der reformpolitischen Agenda gestrichen. Mit dem Ende des letzten Jahres verabschiedeten "Haushaltssanierungsgesetz" ist diese Politik dort angekommen, wo die Vorgänger der Mut verließ, ihr Konzept auch rigoros durchzusetzen. Durch die Einsparung von ca. 30 Mrd. DM über Kürzungen bei den Renten, dem Arbeitslosengeld, der Arbeitslosenhilfe und der Sozialhilfe und Verschiebungen der Lasten auf die Länderhaushalte sowie Gemeinden wird künftig der Zuwachs der Staatsverschuldung reduziert.

Die staatliche Schrumpfpolitik wird offensiv mit der Pflege der Privatwirtschaft und ihrer Profite kombiniert. Zwar ist der Kurswechsel bei der Steuerreform nicht so eindeutig wie der in der allgemeinen Finanzpolitik. Denn die erste Stufe der Steuerentlastung wird ja nicht annulliert und wirkt weiter verteilungsbezogen positiv.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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