Ausgabe Juli 2000

Dem zynisch werdenden Politikbetrieb zum Trotz

Demokratiepreis 2000

Offenbar in letzter Minute haben sich die deutsche und die amerikanische Delegation am Pfingstmontagabend darauf geeinigt, wie deutsche Unternehmen in den Vereinigten Staaten vor Klagen auf Entschädigung ehemaliger NS-Opfer geschützt werden sollen. Mit dieser immer wieder eingeforderten "größtmöglichen Rechtssicherheit" ist der deutschen Wirtschaft auch die letzte Ausrede genommen, die Zahlungen an Zwangsarbeiter noch länger zu verschleppen. Nun können Bundestag und Bundesrat doch vor der Sommerpause das Stiftungsgesetz verabschieden. Von ersten Zahlungen "ab Jahresende" ist die Rede. Muß es solange dauern, müssen nochmals Hunderte oder Tausende der Betroffenen sterben, während die bereits von der Stiftungsinitiative gesammelten Milliarden täglich Hunderttausende Mark Zinsen bringen?

Lothar Evers, Sprecher des Bundesverband Information und Beratung für NS-Verfolgte e.V., hat in den Tagen vor der Einigung in Washington immer wieder Wirtschaft und Politik ermahnt, diese vielleicht letzte Chance zu nutzen, gleichzeitig aber ihre eigenen, gönnerhaften Sprüche von der "Verantwortung gegenüber den Opfern" ernstzunehmen und endlich für Soforthilfe zu sorgen. So auch am 7.

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Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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