Ausgabe Oktober 2000

Von Budapest nach Brüssel

Ungarn mit seinen 10 Millionen Einwohnern genießt - im Vergleich zu den anderen Ex-COMECON-Ländem - eine gewisse Sonderstellung, die nicht nur aus den relativ guten Wirtschaftsdaten - 5% Wirtschaftswachstum, 7% Inflationsrate - sondern, so eigenartig und irrational es auch klingen mag, auch aus der alten "CsardasHusaren-" und "Zigeunermusik"-Mentalität herrührt. So ist der Weg von Budapest nach Brüssel sicherlich leichter als der von Prag, Warschau, Laibach, Bukarest und Sofia, obwohl alle lieber heute als morgen die volle EU-Mitgliedschaft erreichen wollen. Der scheidende ungarische Staatspräsident Árpád Göncz, der sein Amt im August 2000 seinem vom Parlament gewählten Nachfolger Ferenc Madls übergab, drückte in seiner letzten offiziellen Rede die Hoffnung der Liberalen und Mitte-Links-Parteien - im Gegensatz zu den Rechten - aus, dass Ungarn in absehbarer Zeit Mitglied der EU sein wird: "In einem Europa, in dem theoretisch ein jeder das Recht auf Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz hat (aber, nur der...) der diese Möglichkeiten wahrnehmen kann." 1) Einer der wichtigsten "Pflastersteine" Ungarns auf dem Weg in die EU sind die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zu den verschiedenen EU-Ländern, wobei die Magyaren - aus verständlichen Gründen - großen Wert auf die Gegenseitigkeit legen.

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In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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