Ausgabe Oktober 2000

Von Budapest nach Brüssel

Ungarn mit seinen 10 Millionen Einwohnern genießt - im Vergleich zu den anderen Ex-COMECON-Ländem - eine gewisse Sonderstellung, die nicht nur aus den relativ guten Wirtschaftsdaten - 5% Wirtschaftswachstum, 7% Inflationsrate - sondern, so eigenartig und irrational es auch klingen mag, auch aus der alten "CsardasHusaren-" und "Zigeunermusik"-Mentalität herrührt. So ist der Weg von Budapest nach Brüssel sicherlich leichter als der von Prag, Warschau, Laibach, Bukarest und Sofia, obwohl alle lieber heute als morgen die volle EU-Mitgliedschaft erreichen wollen. Der scheidende ungarische Staatspräsident Árpád Göncz, der sein Amt im August 2000 seinem vom Parlament gewählten Nachfolger Ferenc Madls übergab, drückte in seiner letzten offiziellen Rede die Hoffnung der Liberalen und Mitte-Links-Parteien - im Gegensatz zu den Rechten - aus, dass Ungarn in absehbarer Zeit Mitglied der EU sein wird: "In einem Europa, in dem theoretisch ein jeder das Recht auf Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz hat (aber, nur der...) der diese Möglichkeiten wahrnehmen kann." 1) Einer der wichtigsten "Pflastersteine" Ungarns auf dem Weg in die EU sind die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zu den verschiedenen EU-Ländern, wobei die Magyaren - aus verständlichen Gründen - großen Wert auf die Gegenseitigkeit legen.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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