Ausgabe Mai 2001

Roma locuta, causa finita?

Wegen der tödlichen Schüsse an der Staatsgrenze zwischen der DDR und der BRD wurden bisher mehr als 150 ehemalige Bürger der DDR als Totschläger verurteilt. Gegen die Grenzsoldaten und ihre unmittelbaren Vorgesetzten ergingen zumeist Bewährungsstrafen. Etwa 40 Angeklagte erhielten hohe Haftstrafen, so der Verteidigungsminister Heinz Kessler siebeneinhalb, sein Stellvertreter und Generalstabschef der Nationalen Volksarmee Fritz Streletz fünfeinhalb und der letzte SED-Generalsekretär und DDR-Staatsratsvorsitzende Egon Krenz sechseinhalb Jahre. Letztere und ein Grenzsoldat wandten sich, nachdem die innerstaatlichen Rechtsmittelverfahren ausgeschöpft waren, mit Beschwerden an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Sie beantragten, der Gerichtshof möge feststellen, dass Deutschland durch die Verurteilung der Beschwerdeführer wegen Tötungsdelikten an der Grenze Artikel 7 Abs. 1 (Nulla poena sine lege) der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten von 1950 verletzt hat. Diese Bestimmung lautet: "Niemand kann wegen einer Handlung oder Unterlassung verurteilt werden, die zur Zeit ihrer Begehung nach inländischem oder internationalem Recht nicht strafbar war." Weil die Rechtssache schwerwiegende Fragen aufwirft, befasste sich die Große Strafkammer damit. Am 22.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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