Ausgabe September 2001

Die Kur ist die Krankheit

Erfahrungen mit Armutsbekämpfung nach den Rezepten des Washington Consensus

Die seit dem verpatzten WTO-Gipfel von Seattle wachsende soziale Bewegung der "Globalisierungsgegner oder -kritiker" - so die verbreiteten, etwas irreführenden Bezeichnungen - verdient in mehrfacher Hinsicht Beachtung. Dies gilt sicherlich für ihren globalen Charakter und ihre Fähigkeit, moderne Kommunikationstechnologien zu nutzen, aber auch für den Gegenstand der Proteste selbst. Denn diese richten sich nicht bloß gegen d i e A u s w i r k u n g e n scheinbar relativ abstrakter ökonomischer Theorien und Prinzipien, sondern nehmen diese selbst ins Visier. War man bislang gewohnt, dass die Auseinandersetzungen zwischen Neoliberalen und Keynesianern, zwischen Freihändlern und Schutzzöllnern, zwischen Vertretern des "Washington-Konsens" und des "post-Washington-Konsens" in Hörsälen und Luxushotels ausgetragen wurden (während die Folgen der darauf beruhenden Politiken durchaus zum Gegenstand von manchmal blutigen Konflikten wurden), so haben sich diese inzwischen auch auf die Straßen verlagert.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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