Ausgabe August 2002

Glückwunsch

"Bild" war wieder Thema Nr. 1. "Die Konkurrenz feiert Europas größte Zeitung", schrieb das "Hamburger Abendblatt" anlässlich des 50. Geburtstags der Boulevardzeitung aus dem eigenen Verlag und zählte dann auf, was andere schreiben die "wirklich nicht der 'Bild'-Sympathie verdächtige kleine Konkurrenz", die taz zum Beispiel: Da sei "Bild" "nicht mehr das Revolverblatt, da ist 'Bild' plötzlich Deutschland, Heimat". Zwar titele die taz: "Bild wird 50. Jetzt reicht's", aber die Gestaltung ihrer Seite 1 im "Bild"Stil ähnele fast schon einer Huldigung. Auch andere Blätter, meint das "Abendblatt", hätten ihre Meinung über "Bild" revidiert: "Wie sich doch die Zeiten ändern. 'Haudrauf-Blatt', 'Schmutzzeitung', 'Kampfblatt', 'Blödzeitung' - die negativen Charakterisierungen der 'Bild'-Zeitung sind Legion. Und heute, zum 50. Geburtstag der größten Boulevard-Zeitung Europas? Heute wird gefeiert, von der 'taz' bis zur 'FAZ', von der 'Zeit' bis zur 'Süddeutschen', von der 'Frankfurter Rundschau' bis zur 'Neuen Zürcher Zeitung'."

Die Behauptung ist leider nicht einmal übertrieben: Die "Bild"Zeitung ist gesellschaftsfähig geworden.

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In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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