Ausgabe August 2002

Glückwunsch

"Bild" war wieder Thema Nr. 1. "Die Konkurrenz feiert Europas größte Zeitung", schrieb das "Hamburger Abendblatt" anlässlich des 50. Geburtstags der Boulevardzeitung aus dem eigenen Verlag und zählte dann auf, was andere schreiben die "wirklich nicht der 'Bild'-Sympathie verdächtige kleine Konkurrenz", die taz zum Beispiel: Da sei "Bild" "nicht mehr das Revolverblatt, da ist 'Bild' plötzlich Deutschland, Heimat". Zwar titele die taz: "Bild wird 50. Jetzt reicht's", aber die Gestaltung ihrer Seite 1 im "Bild"Stil ähnele fast schon einer Huldigung. Auch andere Blätter, meint das "Abendblatt", hätten ihre Meinung über "Bild" revidiert: "Wie sich doch die Zeiten ändern. 'Haudrauf-Blatt', 'Schmutzzeitung', 'Kampfblatt', 'Blödzeitung' - die negativen Charakterisierungen der 'Bild'-Zeitung sind Legion. Und heute, zum 50. Geburtstag der größten Boulevard-Zeitung Europas? Heute wird gefeiert, von der 'taz' bis zur 'FAZ', von der 'Zeit' bis zur 'Süddeutschen', von der 'Frankfurter Rundschau' bis zur 'Neuen Zürcher Zeitung'."

Die Behauptung ist leider nicht einmal übertrieben: Die "Bild"Zeitung ist gesellschaftsfähig geworden.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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