Ausgabe Februar 2002

Hinter Mauer und Stacheldraht ?

Zukunftsszenarien des Palästinakonflikts

Mit Terror machte die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) erstmals vor 30 Jahren weltweit von sich reden. Ein achtköpfiges Kommando des "Schwarzen September" überfiel in München die israelische Olympiamannschaft, tötete zwei Sportler und nahm weitere neun als Geisel. Die Forderungen: Freilassung von 243 palästinensischen Fedajin aus israelischen Gefängnissen sowie Entlassung von Ulrike Meinhof und Andreas Baader aus deutscher Haft. Die PLO brachte mit dieser Aktion den Palästinakonflikt gewissermaßen "zurück" nach Europa, von wo er einst mit der jüdischen Einwanderung in das "Land der Väter" seinen Ausgang genommen hatte. Bei dem Versuch der gewaltsamen Geiselbefreiung starben alle neun Geiseln, fünf der Terroristen und ein Polizeibeamter. 21 Jahre später erklärte der PLO-Vorsitzende Yassir Arafat für die palästinensische Nationalbewegung den Verzicht auf Gewalt im Befreiungskampf und bekannte sich zu einer Verhandlungslösung im Konflikt um Palästina. Doch sieben Jahre "Friedensprozess" bescherten den Palästinensern nur eine Teilautonomie im Westjordanland und Gazastreifen. Seit dem provokativen Gang Ariel Scharons auf den Jerusalemer Tempelberg/Haram al-Scharif sprechen im Konflikt um Palästina wieder die Waffen.

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Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

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