Autorinnen und Autoren Heribert Prantl

Biographie von Heribert Prantl

Heribert Prantl, geb. 1953 in Nittenau, Dr. iur., Autor und Kolumnist der „Süddeutschen Zeitung“, Honorarprofessor an der Universität Bielefeld.

Im Folgenden finden Sie sämtliche »Blätter«-Beiträge von Heribert Prantl.

Heribert Prantl in den »Blättern«

»Ausgezeichnet«

Es ist schade, dass Albrecht von Lucke schon 1967 geboren ist. Wenn Albrecht von Lucke 1968 geboren wäre, dann wäre er mit Fug und Recht ein 68er – und zwar so, wie man sich einen idealen Achtundsechziger wünscht. Ein Achtundsechziger ohne Selbstüberschätzung, ohne Selbststilisierung, ohne wirre Reden und ohne unverständliche Pamphlete.

Wie viel Öffentlichkeit verträgt das Recht?

Das Verhältnis von Justiz und Öffentlichkeit war von Beginn an heiß umkämpft – davon zeugen viele markante Stationen. An eine, besonders bezeichnende, möchte ich an dieser Stelle erinnern. Der 11. Deutsche Richtertag war eben erst eröffnet worden, als unter den mehr als tausend Richtern und Staatsanwälten in der Kasseler Stadthalle Unruhe entstand.

Der August Bebel der Kritischen Theorie

August Bebel gehört zu den großen Unbekannten der deutschen Geschichte. Bei der Lektüre der Biographien über ihn von Theodor Heuss und Brigitte Seebacher-Brandt fand ich viel, was ich nicht gewusst hatte; aber ich fand nicht das, was ich eigentlich suchte. Theodor Heuss beschreibt wunderschön Bebels „prachtvolle Stimme mit dem kupfernen Ton“.

Das tägliche Brot der Demokratie

Es ist heutzutage ziemlich ungewöhnlich, dass ein politischer Journalist Professor wird. Für gewöhnlich haben die beiden Berufe heute wenig miteinander zu tun. Der Journalist und der Professor (wenn es sich nicht gerade um einen Professor der Kommunikationswissenschaft handelt) leben in sehr verschiedenen Welten: Presse ist Presse, Universität ist Universität.

Die Bremse bremst die Länder aus

Was soll man von dem Alkoholiker halten, der sich eine Pulle auf den Tisch stellt und vor dem ersten Schluck schwört, es sei sein letzter? Und was von dem notorischen Heiratsschwindler, der beteuert, diesmal sei alles anders, diesmal sei es ihm wirklich völlig ernst? Was sind solche Schwüre wert, und wer soll sie glauben?

Abgründe der Prävention

Panoptes, der Allesseher – das war der Beiname für das griechische Fabelwesen Argus. Die Hälfte seiner Argusaugen wachte, während die andere schlief. Wenn man diesem Panoptes dazu noch hundert Ohren gibt, ist er ein schönes Symbol für den Präventionsstaat, wie ihn die Politiker der Inneren Sicherheit gegenwärtig etablieren.

Die Argusaugen des Staates

Der Rechtsstaat ist in Gefahr, aber es wächst das Rettende auch: 70 000 Bürgerinnen und Bürger haben sich in Deutschland als Befürworter einer Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung registrieren lassen, 25 000 haben eine Prozessvollmacht unterschrieben. Einen solchen Ansturm hat das höchste deutsche Gericht noch nicht erlebt.

Bunt statt Braun

Im November vergangenen Jahres wurde die Bürgerinitiative "Bunt statt Braun" aus Anklam mit der Hermann-Kesten-Medaille 2004 der Schriftstellervereinigung P.E.N. ausgezeichnet. Die Mitglieder von "Bunt statt Braun" engagieren sich seit fünf Jahren gegen den zunehmenden Rechtsextremismus in Ostvorpommern – oft allein auf weiter Flur.

Gesellschaft ohne Rassismus - eine Vision

Die Europäische Union hat unlängst beschlossen, eine RassismusBeobachtungsstelle einzurichten. Was wird diese Behörde, die in Wien arbeiten soll, registrieren? Sie wird ein Potpourri des alltäglichen Rassismus sammeln. Sie wird eine Statistik über ausländerfeindliche Gewalttaten führen.

Unter Blinden ist der Einäugige König

Wie gut man ist, das hängt davon ab, wie schlecht die anderen sind. Verglichen mit der SPD sind die Grünen ein Hort der Stabilität, ein Ausbund an Solidarität und eine Arena für Streitkultur. Verglichen mit der CDU sprüht die Partei vor Originalität. Und verglichen mit der FDP ist sie eine Volkspartei. Wir sehen also: alles ist relativ.