Ausgabe Juli 2003

Rückfall nicht ausgeschlossen

Mexikos Demokratie in der Bewährungsprobe

Seit geraumer Zeit wird die demokratische Entwicklung Mexikos gerade von seinen Nachbarländern mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Das Land fungiert zunehmend – insbesondere für die USA – als Blaupause für die angestrebte demokratische Zukunft Mittelamerikas, und damit auch als "Entwicklungshelfer" für eine politische Transition in Kuba. Die Ergebnisse der 2000er- Wahlen in Mexiko, die die 71jährige Herrschaft der Institutionalisierten Partei der Revolution (PRI) beendeten, unterliegen dabei gegensätzlichen Interpretationen. Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Frage, ob in Mexiko ein Übergang im Sinne eines Wechsels des politischen Systems von autoritären zu mehr demokratischen Strukturen oder nur ein Scheinwechsel stattgefunden hat. Während der US-Historiker James Banner die Wahlen als "Mexico’s great transition"1 bezeichnet, gehen andere Autoren von einem "schlichten Austausch von Regierungspersonal und Parteien"2 aus. Die Parlamentswahlen im Juli 2003 werden den demokratischen Wechsel einer weiteren Bewährungsprobe unterziehen.

Die bisherigen Transitionsfortschritte werden im Folgenden in Anlehnung an den transitionstheoretischen Ansatz von Juan Linz und Alfred Stepan evaluiert.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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