Der von George W. Bush entfachte Irakkrieg, der zum Sturz des Regimes führte, wird weithin als ein Ölkrieg betrachtet – als Griff nach den zweitgrößten Erdölreserven der Welt. Diese Auslegung bestätigte sich für viele, als die Vereinigten Staaten eine UN-Resolution durchsetzten, die der amerikanischbritischen Besatzungsmacht die Kontrolle über die Verwendung der irakischen Öleinnahmen zuspricht. Zweifelsohne geht Washington davon aus, dass ausländische Konzerne beim Ausbau des irakischen Ölsektors eine wichtige Rolle spielen werden – eine Vorstellung, die es mit ranghohen Funktionären des Irakischen Ölministeriums teilt. Doch die Absicht, das irakische Öl zu "kontrollieren", hatte in den Kriegsplanungen der Bush-Regierung vor allem strategische und nicht bloß kommerzielle Bedeutung. Die Falken in Washington sahen in einem mit den USA verbündeten Irak eine Alternative zu Saudi- Arabien als wichtigstem Öllieferanten. Auch dachten sie, eine gesteigerte irakische Produktion würde zu langfristig niedrigeren Ölpreisen führen, mit der Folge, dass Saudi-Arabien und andere Öl produzierende Golfstaaten unter finanziellen Druck gerieten und somit zu wirtschaftlichen und politischen Reformen gezwungen wären, um Aufstände im Land zu vermeiden.
Ein »goldenes Zeitalter« hatte Donald Trump den Amerikanern im Wahlkampf 2024 versprochen. Doch angesichts steigender Lebenshaltungskosten durch seine umstrittene Zollpolitik und einen weithin abgelehnten Irankrieg verfängt die für ihn typische Realitätsverweigerung nicht mehr.