Ausgabe Juli 2005

Barbarei aus Gefälligkeit?

(Streitgespräch)

Arning: Die geschichtspolitischen Debatten im Jahr der 60. Wiederkehr des Endes des Nationalsozialismus werden maßgeblich durch das neue Buch von Götz Aly, "Hitlers Volksstaat – Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus" geprägt.

Arning: Die geschichtspolitischen Debatten im Jahr der 60. Wiederkehr des Endes des Nationalsozialismus werden maßgeblich durch das neue Buch von Götz Aly, "Hitlers Volksstaat – Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus" geprägt. Aly argumentiert, dass die Nationalsozialisten mit sozialpolitischen Wohltaten für den ganz normalen Bürger, mit der guten Versorgung der Soldaten während des Krieges und mit Steuergeschenken eine "Gefälligkeitsdikatur" geschaffen haben. Dieser nationale Sozialismus, so die These Alys in aller Kürze, basierte auf einem umfassenden Raub- und Rassenkrieg. "Wer von den Vorteilen für die Millionen einfacher Deutscher nicht reden will", variiert Aly am Ende seines Buches einen berühmten Satz Max Horkheimers, "der sollte vom Nationalsozialismus und vom Holocaust schweigen". Herr Aly, Ihr Buch stößt seit seinem Erscheinen auf heftigen Widerspruch.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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