Ausgabe Mai 2005

Standortkonkurrenz und nationale Innovationspolitik

Die Technologie-, Innovations- und Industriepolitik folgt allerorten einer dezidiert kompetitiven Zielsetzung: der Sicherung der technologischen Leistungsfähigkeit sowie der Profilierung des eigenen Wirtschafts- und Innovationsraums in der internationalen Konkurrenz der Standorte. Dies wirft die Frage auf, über welche Erfolg versprechenden Steuerungsmöglichkeiten der Nationalstaat heute noch in einem Politikfeld verfügt, das in besonderer Weise mit einer internationalen Verschränkung der wirtschaftlichen Aktivitäten, des wissenschaftlichen Austausches und der Generierung bzw. Verwertung von Innovationen konfrontiert ist.1

Variante I: Staatsmonopolistische Konzertierung

Vor allem im Bereich der Großtechnologien (zum Beispiel Transrapid, Weltraumforschung, Verkehrstelematik, Rüstung), denen auch heute in den führenden Ländern ein beträchtliches Gewicht im staatlichen Förderprofil zukommt, ist die Persistenz klassischer Muster der Innovationsförderung und Industriepolitik offenkundig. Der Staat agiert hier in seiner traditionellen Rolle als Technologietreiber und industriepolitisch aktive Steuerungsinstanz, die für das Zustandekommen und die Stabilisierung großtechnologischer Referenz- und Prestigeprojekte von zentraler Bedeutung ist.

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