Ausgabe April 2006

Zurück zur religiösen Fairness

Die in der dänischen Tageszeitung Jyllands-Posten veröffentlichten Mohammed- Karikaturen haben in der islamischen Welt heftige, teils gewaltsame Proteste hervorgerufen. Doch nicht erst seit diesen Geschehnissen mehren sich die Stimmen derjenigen, die ein Ende des Dialogs zwischen Mitgliedern des christlich-abendländischen Kulturkreises und Anhängern der islamischen Religion fordern.1 Längst wird die Weigerung, den herbei geschriebenen „Kampf der Zivilisationen“ mit anderen als nur argumentativen Waffen zu führen, nicht mehr nur in konservativen Leitmedien als „multireligiöse Phantasterei“ naiver „Gutmenschen“ abgetan.2

Die angespannte Situation wird zusätzlich dadurch erschwert, dass sich dort, wo ein Dialog (noch) geführt wird, oft in der Tat nur altbekannte Argumentationsmuster wiederholen: Christliche oder religionskritische Islamgegner wissen eine Reihe von Koranversen zu benennen, in denen vom Krieg gegen Andersgläubige die Rede ist; Muslime widersprechen mit Zitaten, welche die Friedfertigkeit des Islam unterstreichen sollen (stellvertretend für alle Sure 5:32 „Wer einen Menschen tötet, tötet die ganze Menschheit“).

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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