Ausgabe Februar 2006

Polnisches Patriarchat

Nach ihrem Wahlsieg vom vergangenen Herbst bildete die nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) eine – von den Akteuren bereits wieder in Frage gestellte – Minderheitsregierung, die sich auf die rechtsextreme Liga polnischer Familien (LPR) und die populistische Bauernpartei Selbstverteidigung (Samoobrona) stützt.1 Bedeutet dieser Regierungs- auch einen Kurswechsel in der Innen- und Europapolitik Polens

Aktuell scheinen sich insbesondere die Befürchtungen, dass es zu massiven Rückschritten in der Frauen-, Minderheiten- und Gleichstellungspolitik kommen wird, zu bestätigen. Die aus den Wahlen vom September 2005 siegreich hervorgegangenen Parteien vertreten eine rückwärts gewandte Familienpolitik, in der die Frau ihren Platz zwischen Kindern, Küche und Kirche hat. Bereits vor der Wahl hatte sich der jetzige Staatspräsident, Lech Kaczynski, an die katholischen Pfarrer gewandt und ihnen die „Förderung der christlichen Grundsätze im gesellschaftlichen Leben“ sowie den „Schutz der Familie und des ungeborenen Lebens“ versprochen. 2 Und die LPR, die in der Vergangenheit durch ihre Kooperation mit der ultra-nationalistischen Allpolnischen Jugend – die an gewalttätigen Übergriffen gegen Homosexuelle und Feministinnen beteiligt war – in die Schlagzeilen geriet, wird immer wieder mit europa- und ausländerfeindlichen Demonstrationen in Verbindung gebracht.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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