Ausgabe Februar 2006

Polnisches Patriarchat

Nach ihrem Wahlsieg vom vergangenen Herbst bildete die nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) eine – von den Akteuren bereits wieder in Frage gestellte – Minderheitsregierung, die sich auf die rechtsextreme Liga polnischer Familien (LPR) und die populistische Bauernpartei Selbstverteidigung (Samoobrona) stützt.1 Bedeutet dieser Regierungs- auch einen Kurswechsel in der Innen- und Europapolitik Polens

Aktuell scheinen sich insbesondere die Befürchtungen, dass es zu massiven Rückschritten in der Frauen-, Minderheiten- und Gleichstellungspolitik kommen wird, zu bestätigen. Die aus den Wahlen vom September 2005 siegreich hervorgegangenen Parteien vertreten eine rückwärts gewandte Familienpolitik, in der die Frau ihren Platz zwischen Kindern, Küche und Kirche hat. Bereits vor der Wahl hatte sich der jetzige Staatspräsident, Lech Kaczynski, an die katholischen Pfarrer gewandt und ihnen die „Förderung der christlichen Grundsätze im gesellschaftlichen Leben“ sowie den „Schutz der Familie und des ungeborenen Lebens“ versprochen. 2 Und die LPR, die in der Vergangenheit durch ihre Kooperation mit der ultra-nationalistischen Allpolnischen Jugend – die an gewalttätigen Übergriffen gegen Homosexuelle und Feministinnen beteiligt war – in die Schlagzeilen geriet, wird immer wieder mit europa- und ausländerfeindlichen Demonstrationen in Verbindung gebracht.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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