Ausgabe Mai 2007

Der neue Sound

Die Musikindustrie befindet sich weltweit seit Ende der 90er Jahre in einer tiefen Krise, die durch signifikante Umsatzeinbrüche mit Tonträgern geprägt ist. In der Bundesrepublik, dem mit einem Weltmarktanteil von derzeit sieben Prozent viertgrößten Musikmarkt, ist die Erosion des Musikgeschäfts besonders ausgeprägt: 2006 lag der Gesamtumsatz des deutschen Phonomarktes um eine Milliarde Euro niedriger als 1998 und belief sich auf nur noch 1,7 Mrd. Euro (vgl. Tab. 1)1 (Zur Ansicht der Tabelle öffnen Sie bitte die pdf-Datei).Während der erste große technische Umbruch des digitalen Zeitalters – die Umstellung von Vinyl auf CD – der Industrie bis in die erste Hälfte der 90er Jahre eine Sonderkonjunktur mit deutlichen Umsatz- und Gewinnzuwächsen beschert hatte, steckt die Kommerzialisierung der zweiten digitalen Revolution – der Vertrieb legaler Downloads über das Internet – noch in den Kinderschuhen und vermag die drastischen Umsatzeinbrüche bei CDs bislang nicht annähernd zu kompensieren. Zudem ist unklar, ob und wie sich das Geschäft mit Online- Musik kommerziell erfolgversprechend organisieren und ausbauen lässt.

Musikhandel und Internet

Mit der Einführung der CD sind Schallplatten innerhalb von zehn Jahren nahezu vollständig vom Markt verschwunden und spielen seit Mitte der 90er Jahre keine nennenswerte Rolle mehr.

Sie haben etwa 17% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 83% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema Kultur