Ausgabe Februar 2009

Asiatische Rivalen: China versus Indien

Zwar sind auch die beiden bevölkerungsstärksten Staaten der Welt, China und Indien, von der globalen Wirtschaftskrise betroffen, sie verzeichnen jedoch weiterhin ein beträchtliches Wirtschaftswachstum. Nicht zuletzt deshalb wird derzeit viel darüber diskutiert, wie sich der Aufstieg der beiden Länder auf die internationalen politischen Kräfteverhältnisse auswirkt.

Dabei wird oft übersehen, dass die Beziehungen der beiden asiatischen Staaten ausgesprochen ambivalent sind: Einerseits nehmen die wirtschaftlichen Verbindungen stetig zu, andererseits konkurrieren sie aber – nicht zuletzt auf militärischer Ebene – weiterhin um die Vormachtstellung im asiati-schen Raum.

Bis heute ist ihr Verhältnis deshalb von einem gegenseitigen Misstrauen geprägt, das seine Wurzeln im Grenzkrieg von 1962 hat. Damals griff die chinesische Volksbefreiungsarmee nach gescheiterten Verhandlungen zum Grenzverlauf den südlichen Nachbarn an, dessen überraschte Streitkräfte nach einem gelungenen chinesischen Zangenangriff kapitulierten. Auch wenn Peking seine Truppen auf internationalen Druck hin schon bald wieder aus den meisten besetzten Gebieten abzog, erkannte man die 1914 einseitig vom Britischen Empire festgelegte Grenze zu Indien weiterhin nicht an. Die Volksrepublik beansprucht bis heute 90 000 Quadratkilometer Land südlich der sogenannten McMahon-Linie.

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