Ausgabe März 2009

Zehn Jahre Kosovokrieg: Der notwendige Krieg

Vor zehn Jahren, am 24. März 1999, begann der Kosovokrieg. Damit beteiligte sich die Bundesrepublik nicht nur zum ersten Mal in ihrer Geschichte an einem Krieg, sondern zudem auch an einem Krieg ohne UN-Mandat. Dem waren lange Debatten vorausgegangen, insbesondere innerhalb von Bündnis 90/Die Grünen, die die Partei an den Rand einer Spaltung führten. Eine entscheidende Rolle spielte dabei Ludger Volmer, zur damaligen Zeit Staatssekretär im Auswärtigen Amt, der mit seiner Rede auf dem Bielefelder Sonderparteitag am 13. Mai 1999 maßgeblich für die Zustimmung der Grünen zum Kriegseinsatz sorgte. Seiner rückblickenden Verteidigung der Legitimität des Kosovokrieges widerspricht der Balkan-Experte Wolf Oschlies. – D. Red.

Rot-Grün hat Deutschland in den Krieg geführt – zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg. Dies war zweifellos eine historische Zäsur, für manchen Zeitgenossen gar eine Ungeheuerlichkeit – im Guten oder im Bösen.

Die Bewertungen des Kosovo-Krieges driften bis heute weit auseinander. Während Konservative „Normalisierung“ und „das neue außenpolitische Gewicht“ feierten, riefen Linke „Kriegstreiberei“ und „Verrat“. Umstritten war die neue Rolle des vereinigten Deutschlands in der Welt.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema